Besuch beim Brezelmann
Brezelmann? Nein, es ging nicht zum Bäcker sondern in eine Ausstellung ins Museum. Wir sahen in der Ausstellung
Berufe, die es heute so nicht nicht mehr gibt. In der Werkstatt des Schuhmachers standen
große und ganz kleine Holzformen von Füßen, über die das Leder gespannt wurde, um
daraus Schuhe zu machen. So viel Arbeit war nötig. Heute machen das die Maschinen. Nils,
der Museumsmitarbeiter, zeigte uns Bilder von anderen Berufen, die wir erraten sollten.
Das war nicht so einfach. Am lustigsten war ein Bild mit einer Stange Brezeln, Töpfen,
Schüsseln und mehr. Aber wir erkannten den Beruf nicht und rätselten und rätselten:
Kuchenmann, Backmann, Brezelmann? Aber es war der Bäcker von früher.
Wir rätselten auch beim Buchbinder, Papiermacher und Bader und sahen sogar in einer
Vitrine die riesigen Zangen und Pinzetten, die zum Zähneziehen benutzt wurden, ganz ohne
Betäubung. Ach, und das wurde sogar auf dem Marktplatz gemacht. Bloß gut, dass unser
Zahnarzt modern ist. Ein Kind erzählte, dass sein Zahn mit Betäubung gezogen wurde und er keine Schmerzen hatte.
Auf einem Bild war ein eingehüllter Mann mit einer Vogelmaske, das war der Pestarzt, der sich vor Ansteckung schützte. Früher gab es diese schlimme Krankheit Pest, wo Millionen Menschen starben. Es fehlte die Hygiene und Ratten übertrugen die Krankheitserreger. Die Leute hatten kein sauberes Wasser und das Ekligste war, dass sie keine Toiletten hatten und aller Unrat auf der Straße landete. Vor mehr als 100 Jahren gab es dann Frauen, die sich Eimer umhängten und Leute gegen Geld fragten, ob sie ihr Geschäft machen wollen. Die wurden dann zum Schutz mit einem Mantel umhüllt. Das waren die Abtrittsanbieterinnen. Das probierten wir zum Spaß der Reihe nach aus, wie sich das anfühlt. Und dann probierten wir uns als Kaffeeschnüffler an einer großen Wand mit Gitterlöchern.
Das Schönste an diesem Tag war auch, dass wir anschließend in das Kommandantenhaus
gegenüber vom Museum gingen und unser eigenes Malbuch mit Bildern von der Festung
und verschwundenen Berufen gestalten und mit Nadel und Faden heften konnten. Als wir
dann nach draußen in die Sonne gingen, glitzerte das Papier unserer Bücher im Sonnenlicht.
Das war eine große Freude.
Wir gehen bald wieder ins Museum. Es gibt soooo viel zu entdecken.
Schaut doch für mehr Einblicke in die Ausstellung auf unserer Fotogalerie vorbei.